RasPad 3 – Raspberry Pi 4 Tablet

Ein Tablet das rein von einem Raspberry Pi 4 betrieben wird? Ja das gibt es und hat meiner Meinung nach etliche Anwendungsbereiche.

RasPad 3 Spezifikationen:

  • 10.1 Zoll TouchScreen Display
  • Für den Raspberry Pi 4
  • Gewicht: 888g
  • 1 Jahr Garantie
  • Akkulaufzeit: 3-5h
  • 3 Buttons: Power, Volume, Brightness
  • Stereo Lautsprecher, 3,5mm Lautsprecher Klinke
  • Bewegungssensor (Accelerometer Gyroscope Accel SHIM Module)
  • Aktive Kühlung
  • Netzteil: 15V – 2A

Das Display bzw. der TouchScreen gefällt mir sehr gut und macht einen hochwertigen Eindruck. Nur das Gehäuse ansich könnte meiner Meinung nach hochwertiger sein. An den Kanten des Kunststoffgehäuses sieht man bei genauerer Betrachtung kleine Unebenheiten und Materialüberschüsse was aber jetzt nicht wirklich schlimm ist. Die Buttons und Anschlüsse überzeugen dann wieder, einzig die GPIO Brücke bzw. Aussparung an der Rückseite des Tablets gefällt mir wiederum nicht und ist auch nicht glücklich gelöst. Um die Pins des Raspberry Pi´s zu verwenden muss man eine Jumperkabel Brücke bzw. Kabel anschließen und diese dann einfach aus dem Gehäuse führen. Da hätte man schon einen Adapter, an dem man die Kabel anschließt, verbauen können. Aber gut zumindest hat man an die GPIO Pins gedacht. 😉

1. Zusammenbau:

Nun zum Zusammenbau, im Lieferumfang befinden sich alle notwendigen Teile Ihr benötigt nur noch einen Raspberry Pi 4 und eine SD Karte bzw. ein Speichermedium. Ich nutze hier das 4GB Ram Modell und eine Intenso M.2 SATA SSD 256GB mit diesem M.2 auf USB 3.0 Case/Adapter. Zu Beginn solltet Ihr euch Gedanken machen was Ihr mit dem RasPad 3 anstellen wollt, sprich welches Betriebssystem Ihr nutzen wollt. Ich habe mich für das Pinn OS bzw. den Multiboot Loader entschieden, da ich mehrere Betriebssysteme auf dem RasPad nutzen will. Nachdem Ihr euch die Dateien des Pinn OS runtergeladen habt kopiert Ihr euch diese einfach auf ein frisch formatiertes Speichermedium, hier nutze ich die verlinkte Inenso M.2 SATA SSD mit dem Adapter des Gehäuses. Zum formatieren für solche Systeme nutze ich eigentlich immer den Raspberry Pi Imager. Da geht Ihr einfach auf -CHOOSE OS dann wählt Ihr ERASE und wählt dann als STORAGE euer Speichermedium aus.

Nachdem Ihr dann die Dateien des Pinn OS auf die Festplatte kopiert habt könnt Ihr diese in das Gehäuse einbauen.

Der Zusammenbau verlief ohne Probleme Ihr klebt als erstes die Heatsinks auf den Raspberry um diesen dann in das Gehäuse zu schrauben. Die dafür vorhergesehenen Standoffs passen perfekt, ich habe jedoch nur die zwei Standoffs unter/vor dem Akku benutzt da ich den Raspberry etwas kippen musste um die M.2 SSD mit in das Gehäuse zu bekommen. Dann verbindet Ihr alle Kabel, sprich zweimal die HDMI Adapter, das USB-C Kabel, das Ethernet Kabel, Das USB-USB Kabel und der MicroSD Karten Adapter. Die SSD schließt Ihr dann an dem zweiten USB3.0 Port des Raspberry Pi´s an. Hier müsst Ihr ein bisschen „schieben,biegen & drücken“ es passt aber alles ohne Problem rein ;-). Dann schließt Ihr noch den Lüfter an und befestigt Ihn an dem unteren Gehäuseteil des RasPad´s.

2. Betriebssystem(e) installieren:

Jetzt könnt Ihr die Gehäuseteile zusammenfügen und verschrauben. Dann schließt Ihr das Netzteil an und drückt den Power Button bis das rote Lämpchen leuchtet, nun bootet der Raspberry hoch und Ihr werdet mit dem Start Bildschirm des PINN OS Launcher begrüßt.

Hier müsst Ihr euch nun mit dem Internet verbinden entweder über Ethernet Kabel oder über WiFi, nur dann wird die Liste der Betriebssysteme geladen.

Dann könnt Ihr auswählen welche Betriebssysteme installiert werden sollen. Achtung! Ihr solltet euch vorher genau überlegen welche Betriebssysteme Ihr installieren wollt da die Festplatte dann unter diesen z.b. drei Aufgeteilt und Partitioniert wird. Ihr könnt nachträglich nur Betriebssysteme austauschen sprich Ihr habt z.b. Raspberry Pi OS 32 Full, Raspberry Pi OS 32 Lite & Lineage installiert und wollt zusätzlich noch ein 4. Betriebssystem installieren ist das so einfach nicht möglich und Ihr müsst ein Betriebssystem tauschen z.b. Lineage weg und dafür Twister OS drauf. Eine genau Doku dazu findet Ihr hier: https://github.com/procount/pinn/blob/master/README_PINN.md

Ich in meinem Fall habe Raspberry Pi OS 32bit Full (zur normalen Nutzung z.b. flashen von Tasmota) , Raspberry Pi OS 32bit Lite (für Octoprint) & Lineage OS 18.1 (Android11 für z.b. HomeAssistant App) installiert. Um die OS´s zu installieren wählt Ihr diese einfach aus und geht dann oben auf Installieren. Dann werden die Betriebssysteme runtergeladen und installiert, dazu bekommt Ihr hier diesen Ladebildschirm

Nachdem der Installationsprozess abgeschlossen ist, bootet das RasPad einmal durch und ihr solltet nach einem Regenbogen „Background“ in dieses Fenster kommen, Vorsicht hier habt ihr nur 10s um eine Eingabe zu tätigen um das Startscript aufzuhalten.

Jetzt könnt Ihr nacheinander alle Betriebssysteme starten um diese zu konfigurieren und zu testen.

3. Onboard Tastatur:

Um jetzt alle Funktionen des Tablets zu aktivieren (funktioniert im Moment nur unter den reinen Raspberry Pi OS´s) öffnen wir im Raspberry Pi OS 32bit den Terminal und geben folgendes ein um die Onboard Tastatur zu aktivieren.

sudo apt install onboard -y
sudo apt install at-spi2-core

Dann geht Ihr auf Einstellungen und auf Onboard Settings.

Hier nehmt Ihr dann folgende Einstellungen vor:

Um jetzt die Tastatur zu aktivieren geht Ihr auf Barrierefreiheit und klickt auf das Onboard Symbol. Das müsst Ihr dann auch bei jedem Start von neuem aktivieren.

4. Rechts Klick:

Nachdem die Onboard Tastatur funktioniert benötigt Ihr noch den „rechts“ Klick. Dazu gebt Ihr folgende Zeilen ins Terminal ein:

sudo apt install build-essential libevdev2 libevdev-dev -y
git clone 'https://github.com/PeterCxy/evdev-right-click-emulation.git'
cd 'evdev-right-click-emulation'

Dann

make all

Dann kopieren wir die Dateien in den /usr Pfad.

sudo cp 'out/evdev-rce' '/usr/local/bin/'

Ausführbar machen

sudo chmod +x '/usr/local/bin/evdev-rce'

Autostart generieren

sudo nano /etc/rc.local

Dann fügt Ihr folgende Zeile vor exit 0 ein.

sudo /usr/local/bin/evdev-rce &

Datei Speichern und schließen. Danach könnt Ihr den Raspberry bzw. das RasPad neu booten. (Achtung ihr müsst dann wieder das selbe System auswählen)

Nun sollte der „rechts“ Klick funktionieren indem Ihr lange auf das Display drückt.

5. Automatisches Bildschirm drehen aktivieren:

Da das RasPad ein Gyroscope verbaut hat bzw. Ihr diese anlöten müsst, kann sich der Bildschirm des RasPad´s automatisch drehen. Dazu müsst Ihr folgendes Programm installieren:

git clone https://github.com/raspad-tablet/raspad-auto-rotator
cd raspad-auto-rotator
sudo python3 install.py

Nachdem dieses durchgelaufen ist müsst Ihr das RasPad neu starten. Nachdem Ihr wieder im Raspberry Pi OS angekommen seit, dreht Ihr den Bildschirm/Tablet um 180Grad wartet 1-2sec und dreht es wieder zurück. Nun sollte die Rotation kalibriert sein und der Bildschirm sollte sich automatisch drehen. Falls dies nicht funktioniert könnt Ihr den Kalibrator neu starten mit:

raspad-auto-rotator reset

Nun ist die eigentliche Installation abgeschlossen und alle Funktionen des RasPad 3 stehen euch zur verfügung. Natürlich könnt Ihr jetzt euer Raspberry Pi OS noch weiter einstellen/verfeinern ;-).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.